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Was
kosten die Katzen?
So
lautet oft der erste Satz eines Interessenten, der auf eine Verkaufs- oder
Vermittlungsanzeige hin beim Züchter oder im Katzenschutz anruft. Einmal
abgesehen davon, dass das nicht unbedingt die erste Frage sein sollte, die Sie
auf der Suche nach einem zukünftigen Familienmitglied stellen sollten, wie ist
die Frage überhaupt zu verstehen? Was kostet die Katze an Nerven? Oder Zeit?
Was an Geld? Täglich oder jährlich? Tatsächlich gemeint ist natürlich immer
der „Anschaffungspreis“, über die anderen Aspekte macht sich ohnehin kaum
ein Mensch Gedanken. Und der Anschaffungspreis ist sowieso immer zu hoch, seien
es die DM 150,-- Kostenbeteiligung für eine Katze aus dem Tierschutz oder
die DM 1.000,-- für ein gut gezogenes Rassekätzchen! Sehen
wir also einmal ab von den Kosten, die im Laufe eines hoffentlich langen
Katzenlebens entstehen, für Futter, Streu, Spielzeug, Kratzbäume,
Tierarztbesuche, neue Tapeten und neue Sofas, und schauen wir uns nur einmal an,
was die Katze gekostet hat, bevor Sie sie beim Züchter/im Tierschutz übernehmen. Als
recht häufig vorkommendes Beispiel sei hier eine wegen Schwangerschaft
ausgesetzte und im Katzenschutz gelandete Mutterkatze genannt. Feste Kosten pro Kätzchen: Die
aufgeführten Preise für tierärztliche Leistungen beziehen sich auf die Gebührenordnung
für Tierärzte (GOT). Dort steht dann allerdings nicht "Leukose-Impfung =
DM 60,--", sondern der Preis setzt sich aus Einzelpositionen zusammen, für
die Impfung z. B. aus dem Preis für das verwendete Material (Impfstoff und
Spritze), der Gebühr für eine gründliche Untersuchung vor der Impfung, der
Gebühr für die subkutane Injektion und der für das Ausstellen des Impfpasses.
Hierbei ist es dem Tierarzt untersagt, den einfachen Gebührensatz der GOT zu
unterschreiten. Mit
den angegebenen DM 40,-- pro Monat für Futter und Streu kommen Sie nur bei
Verwendung von qualitativ hochwertigem Katzenfutter und ebenso hochwertigem
Katzenstreu aus dem Fachhandel aus. Bei Einsatz von Futter und Streu aus dem
Supermarkt werden Sie, wegen der immensen Mengen, die Sie hiervon benötigen,
wesentlich mehr Geld ausgeben müssen. Mit einem hochwertigen Trockenfutter können
Sie eine Katze für ca. DM 0,60 am Tag ernähren, versuchen Sie das einmal mit
einer der aus der Werbung sattsam bekannten Supermarkt-Futtersorten. Fressen
die Babies noch nicht selbst, verbraucht die säugende Mutterkatze die
anscheinend gesparten Futterkosten. So,
liebe Katzeninteressenten, das kostet das Kätzchen (bei optimaler Versorgung)
den Tierschutzverein auf jeden Fall. Krank darf es dabei aber nicht sein,
ansonsten ergeben sich weitere Kosten, die nicht mehr so generell anzugeben
sind. Eine Behandlung gegen Hautpilz bei einem einzigen Katerchen hat meinen
Verein kürzlich allein DM 200,-- gekostet, natürlich zusätzlich zu den
obligaten Kosten. Flöhe und Milben müssen bei Straßenkatzen (anderen auch)
oft behandelt werden, dazu kommt bei Hautpilz und Flöhen noch die Desinfektion
der gesamten Wohnung. Auch tränende Augen oder Durchfälle kommen bei
Jungtieren öfter einmal vor und müssen ebenfalls behandelt werden; über den
Aufwand, einen Wurf mit z. B. Katzenschnupfen durchzubringen, wollen wir erst
gar nicht reden. Feste Kosten für die
Mutterkatze: Ältere,
bereits kastrierte Tiere, die irgendwo aufgegriffen wurden, benötigen oft eine
Zahnsanierung in Vollnarkose, sind also auch nicht „billiger“ als
unkastrierte Tiere. Fazit
der Rechnerei: Lieber
Katzeninteressent, jetzt höre ich Sie förmlich denken: „Was für ein Aufwand
für so ein Katzentier! Das soll doch sowieso nur in der Wohnung bleiben, wozu
da impfen? Sicherlich
ist eine reine Wohnungskatze weniger gefährdet als eine freilaufende (die Sie
übrigens auch noch gegen Tollwut impfen lassen müssen und gegen FIP impfen
lassen sollten). Es bestehen jedoch zahlreiche Möglichkeiten, sich die
entsprechenden Viren einzufangen. Sie selbst können sie an Schuhen oder
Kleidung einschleppen, es sei denn, Sie besuchen niemals Leute mit Katzen und
berühren niemals eine fremde Katze, z. B. auf der Straße, beim Tierarzt oder
auf einer Katzenausstellung. Es kommt vor, dass die Nachbarkatze durch die Türe
huscht, beim gegenseitigen Anfauchen fliegt der Speichel – und das
Leukose-Virus gleich mit. Wie steht’s während Ihres Urlaubs, betreuen da
evtl. andere Katzenbesitzer Ihr Tier? Oder wird es gar in eine Pension gegeben? Mit
einer nicht geimpften Katze können Sie folgendes erleben: Leider haben viele Tierschutzvereine oder auch ohne Verein arbeitende Katzenschützer nicht die finanziellen Mittel, die abgegebenen oder aufgegriffenen Tiere so umfassend wie oben beschrieben versorgen zu lassen. Bitte geben Sie einer solchen Katze aber trotzdem ein neues Zuhause und lassen Sie die fehlenden Untersuchungen und Behandlungen von Ihrem eigenen Tierarzt durchführen. Manchmal stehen Ihnen dann einige anstrengende Wochen oder auch Monate bevor, aber nichts ist schöner, als einem elenden, misstrauischen Fellbündel bei der Verwandlung in ein gesundes, vertrauensvolles Katzentier zuzusehen. Damit
es nicht zu Missverständnissen kommt: Ein seriöser Züchter kann seine
Katzenkinder nicht für den oben errechneten Betrag abgeben. Wenn er
Katzen wirklich züchtet – und nicht nur vermehrt – hat er weit größere
finanzielle Aufwendungen, die sich aber nicht so schön pro Kätzchen aufrechnen
lassen. Beispiele
(wirklich nur einige): Haben Sie, lieber Katzeninteressent, auch nur eine Vorstellung davon, welche Kosten da auf einen Züchter zukommen? Natürlich
können Sie ein „Rassekätzchen“ auch für sagen wir ’mal DM 300,-- bei
einem sog. „Züchter“ kaufen. Meist hat das Tier keine Papiere, weil laut
„Züchter“ zu teuer. Teuer ist aber nicht etwa die Ahnentafel, die kostet
den Züchter ca. DM 30,-- pro Katze, sondern teuer ist die Zucht
innerhalb eines Vereines, dessen Zuchtbuchstelle die Papiere ausstellt. Die
Zuchtvereine schreiben ihren Mitgliedern nämlich vor, wie seriöse Katzenzucht
auszusehen hat, z. B. in welchem Alter ein Tier zur Zucht eingesetzt werden
darf, wie viele Würfe pro Jahr einer weiblichen Katze zugemutet werden dürfen,
welche Impfungen gemacht werden müssen, auf welche Krankheiten getestet werden
muss, usw. usw. Das kostet richtig Geld! Und die ganz schlimmen Vereine (wie z.
B. meiner) schicken auch noch Kontrolleure in die Zuchtstätten, um das alles zu
überprüfen! Kaufen
Sie also bitte kein „reinrassiges Kätzchen ohne Papiere“ bei einem „Züchter“,
der unkontrolliert Katzen vermehrt und das Wort „Impfung“ wahrscheinlich
noch nie gehört hat. Übernehmen
Sie auch kein Hauskätzchen von Leuten, die ihre Katze(n) nach Belieben Babies
bekommen lassen, weil diese doch sooooooooo niedlich sind, während sich in den
Tierheimen dann die erwachsenen Katzen, zu denen sich die entzückenden Babies
ja todsicher entwickeln, stapeln. In
beiden Fällen werden die Tierchen i. d. R. viel zu früh, also vor dem Erlernen
kätzischen Sozialverhaltens, abgegeben, nicht oder nur unzureichend geimpft und
entwurmt und sind oft so krank, dass ihnen vom Tierarzt nicht mehr geholfen
werden kann. Geben
Sie auch älteren Tieren eine Chance, die sind zwar nicht mehr niedlich (sondern
nur noch schön), machen aber auch nicht mehr annähernd soviel Blödsinn (und
damit Arbeit) wie ein Katzenkind. Lieber
Katzeninteressent, Unbestritten
bleibt: Jede Katze ist einzigartig und unbezahlbar, jede hat ihren eigenen
Charakter und ihre ganz persönlichen Eigenarten, jede ist auf ihre Art
wunderschön und liebenswert. Lassen
Sie sich also auf das "Abenteuer Katze" ein, denn ein solcher Gefährte
wird Ihr Leben um vieles bereichern." Verfasst (und erlebt) von |
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